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04.09.2018

Brieftaubenwesen darf kein immaterielles Kulturerbe werden

Brieftaubenwesen darf kein immaterielles Kulturerbe werden

Auf Vorschlag des Landes Nordrhein-Westfalen prüft die UNESCO derzeit die Aufnahme des Brieftaubenwesens in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes. Der Deutsche Tierschutzbund sieht die Zulassung der Bewerbung und die geplante Aufnahme kritisch und hat sich daher mit einem Schreiben an die UNESCO gewandt.


„Unzählige Brieftauben werden für Wettkämpfe ausgebeutet und dabei verletzt oder gar getötet. Es darf nicht sein, dass solche tierschutzwidrigen Praktiken durch eine Anerkennung als immaterielles Kulturerbe auch noch gefördert werden“, sagt Denise Ade, Fachreferentin für Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund.

Jedes Jahr kommt es bei Wettkämpfen zu Verlusten von hunderttausenden Tieren. So müssen Brieftauben bei Preisflügen weite Distanzen – teilweise bis über tausend Kilometer – zurücklegen, welche die Tiere an ihre Leistungsgrenzen bringen. Und das, obwohl das Tierschutzgesetz eigentlich verbietet, einem Tier Leistungen abzuverlangen, die es nicht erbringen kann. Auf den Strecken sind die Tauben durch Beutegreifer, Windräder, Strommasten oder auch zu hohe Temperaturen zusätzlichen Gefahren ausgesetzt. Viele überleben nicht. Andere verirren sich auf ihrem Rückweg zum Schlag und landen im besten Fall in einem Tierheim. Dort werden die Tiere zwar liebevoll versorgt, bedeuten aber eine zusätzliche Belastung für den karitativen Tierschutz, da die Züchter ihre Tiere meist nicht zurücknehmen. Für diese haben die Tiere nicht die geforderte Leistung erbracht und damit für Wettbewerbe oder die Zucht keinen Wert mehr. In Züchterkreisen ist zudem bekannt, dass solche Brieftauben, sollten sie in den Besitz ihrer Halter zurück gelangen, häufig als "nutzlos" getötet werden.

Verirrte Brieftauben lassen Stadttaubenpopulation ansteigen

Andere verirrte Brieftauben schließen sich den großen Taubenpopulationen in den Städten an. „Im Kampf für eine tierschutzgerechte Reduktion der Stadttaubenpopulation ist ein so verursachter Populationsanstieg natürlich kontraproduktiv“, sagt Ade. Der Verband macht ganz aktuell mit seiner Kampagne #RespektTaube (www.tierschutzbund.de/taubenschutz) auf die Problematik der Stadttauben aufmerksam. Die Tierschützer appellieren an Städte, Gemeinden und die Öffentlichkeit, den Tauben respektvoll zu begegnen und sich für einen tierschutzgerechten Umgang mit den Tieren einzusetzen.

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